Vor den Zwischenwahlen 2022 machten einige Demokraten den Klimawandel zum Wahlkampfthema und verwiesen auf ein wichtiges Gesetz zur Förderung sauberer Energie, das der Kongress im Sommer verabschiedet hatte. In diesem Jahr haben viele demokratische Kandidaten Diskussionen über den Klimawandel weitgehend vermieden – ein Hinweis auf einen Wandel im Kurs der Partei.

Demokraten haben weniger über steigende Temperaturen, den Meeresspiegel und Waldbrände gesprochen. Einige Kandidaten haben sich zudem für die fossile Brennstoffindustrie in ihren Bundesstaaten ausgesprochen, darunter die Senatskandidaten James Talarico in Texas und Mary Peltola in Alaska. Die demokratischen Gouverneurinnen Kathy Hochul aus New York und Maura Healey aus Massachusetts haben sich für den Ausbau der Erdgasversorgung eingesetzt, um die Kosten zu senken.

Viele gewählte Demokraten unterstützen weiterhin die Senkung der Emissionen. Einige haben jedoch erklärt, dass sie Klimapolitik nur ungern in den Vordergrund stellen, während sich die Wähler auf Kosten und Inflation konzentrieren. Den im Bericht angeführten Umfragen zufolge sehen die Wähler den Klimawandel als Problem an, stufen ihn aber hinter anderen Prioritäten ein.

Adam Jentleson, ein demokratischer Politikstratege und Leiter des Searchlight Institute, sagte, das Thema sei politisch aufgeladen und werde von manchen Wählern mit kulturellem Elitismus in Verbindung gebracht. Umfragen des Instituts deuteten darauf hin, dass die Darstellung des Klimawandels als Priorität dazu führen könne, dass Menschen mit höheren Kosten und weniger Auswahl für Verbraucher rechneten, während die Aufmerksamkeit von den Lebenshaltungskosten abgelenkt werde, sagte er.

Quellen: The New York Times Science.