Ein Genetiker, der nach der Exhumierung des Künstlers im Jahr 2017 an der Analyse von Salvador Dalís Überresten mitgewirkt hat, schlug vor, dessen DNA zu sequenzieren, um mögliche genetische Einflüsse auf Kreativität und Persönlichkeit zu untersuchen. Antonio Alonso sagt, dass Extrakte, die nach dem Vaterschaftstest übrig blieben, möglicherweise noch beim spanischen Nationalen Institut für Toxikologie und Forensische Wissenschaften aufbewahrt werden.
Die Exhumierung wurde von einem Richter angeordnet, um festzustellen, ob Dalí der Vater von Pilar Abel war, die behauptete, seine Tochter zu sein. Alonsos Team fand keine biologische Verwandtschaft. Zu den Proben gehörten Zähne, ein Fingernagel, Haare und Teile der Beine des Künstlers, wobei Alonso sagt, dass für die DNA-Tests nur Zahnwurzeln und ein Nagel benötigt wurden.
Nach den Tests schlug Alonso vor, Dalís gesamtes Genom zu untersuchen. Er argumentiert, dies könne Gelegenheit bieten, genetische Netzwerke zu untersuchen, die mit Kreativität und persönlichkeitsbezogenen Erkrankungen in Verbindung stehen. Zugleich weist er darauf hin, dass Gene nicht der einzige Einfluss auf Kreativität sind, und nennt Umweltfaktoren wie Bildung.
Alonso unterbreitete der Gala-Salvador-Dalí-Stiftung die Idee erstmals 2017, doch sie wurde nicht aufgegriffen. Die Stiftung, die erklärt, allein für die Überreste des Künstlers zuständig zu sein, lehnt den Vorschlag weiterhin ab. Sie sagt, das Projekt werfe heikle ethische, rechtliche und wissenschaftliche Fragen auf und sie habe nicht vor, es zu fördern oder zu unterstützen.
Dalí interessierte sich seit Langem für DNA und deren wissenschaftliche Bedeutung. 1963 schuf er ein monumentales Werk zu Ehren der Entdeckung der Doppelhelixstruktur des Moleküls. Der Kunsthistoriker Jaime Brihuega, Kurator einer Dalí-Ausstellung im Thyssen-Museum in Madrid, sagte, er glaube, der Künstler hätte Forschungsarbeiten zu seiner DNA begrüßt.
Dalís Überreste wurden im März 2018 in sein Grab zurückgebracht. Alonso sagt, die nach der Vaterschaftsanalyse übrig gebliebenen DNA-Extrakte seien auf unbestimmte Zeit im Gewahrsam des Instituts geblieben, und er fordert die Stiftung auf, erneut zu prüfen, ob sie für weitere Forschung verwendet werden könnten.
Quellen: El País Ciencia.