Die Sportverletzungen, die Menschen in Italien am ehesten in die Notaufnahme bringen, entstehen möglicherweise nicht bei Extremsportarten wie Off-Piste-Skifahren oder Motocross. Stattdessen entfällt laut Schätzungen, die im Ausgangsartikel zitiert werden, ein großer Teil der Besuche auf Fußball und Fünferfußball.

In Italien suchen jährlich rund 300.000 Menschen wegen einer sportbedingten Verletzung medizinische Notfallversorgung. Fußball und Fünferfußball machen 46 % dieser Fälle aus, während keine andere Sportart über 8 % liegt. Die Zahl der Verletzungen beim Wintersport, darunter Skifahren, Snowboarden und Skitourengehen, wird auf jährlich 30.000 bis 35.000 geschätzt.

Die meisten Fälle sind nicht schwerwiegend: 70 % der Besuche werden der niedrigsten Dringlichkeitsstufe zugeordnet, und etwa 15.000 Menschen werden ins Krankenhaus aufgenommen. Zu den häufigsten Problemen zählen Verstauchungen, Bänderverletzungen und Sehnenentzündungen. Obwohl das Durchschnittsalter der Verletzten bei 21 Jahren liegt, steigt der Anteil der Patienten über 50.

Der Artikel nennt das Muster des „Wochenendkriegers“ als wichtigen Faktor: Menschen, die unter der Woche wenig trainieren, aber erwarten, dass ihr Körper bei einem Spiel Höchstleistungen erbringt. Dasselbe Muster zeigt sich beim Padel, das mehr als 1,5 Millionen Italiener für sich gewonnen hat. Eine Auswertung von Studien schätzt, dass es beim Padel etwa drei Verletzungen pro 1.000 Spielstunden gibt; besonders häufig betroffen sind Spieler im Alter von 35 bis 55 Jahren. Schläge über Kopf, plötzliche Sprints und Richtungswechsel können Knie, Achillessehne, Ellbogen und Schultern belasten.

Nicht unbedingt die Sportart selbst ist das Problem, argumentiert der Artikel. Ohne Aufwärmen zu spielen und ohne schrittweise Vorbereitung zu intensiver Aktivität zurückzukehren, kann das Verletzungsrisiko erhöhen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Menschen die Gefahr von Sportarten wie Skifahren möglicherweise überschätzen, weil sie sich an dramatische Unfälle leichter erinnern als an häufige Verletzungen wie einen verstauchten Knöchel.

Der Orthopäde Corrado Bertolo, der bei Humanitas arbeitet und Mannschaftsarzt des Torino FC ist, wird am Mittwoch, dem 18. November 2026, bei einer öffentlichen Veranstaltung in Turin über Verletzungsrisiken und Prävention sprechen. Das Treffen trägt den Titel „Wer am meisten gefährdet ist, ist nicht die Person, die Sie vermuten“ und wird von Focus gemeinsam mit Area X organisiert, einer Initiative von Intesa Sanpaolo Protezione. Es beginnt um 18:30 Uhr in der Area X, Via San Francesco d’Assisi 12. Der Eintritt ist mit einer Reservierung über areax.madeticket.it kostenlos.

Quellen: Focus.it.