Ein beeindruckendes Bild von Satelliten, die über dem Mount Taranaki in Neuseeland den Nachthimmel durchqueren, wurde online millionenfach angesehen – und löste Vorwürfe aus, es sei mit künstlicher Intelligenz erstellt worden. Der Astrofotograf Brendan Larsen sagt, das Bild sei eine Komposition aus Hunderten von Fotos, die er selbst aufgenommen habe.

Im September stellte Larsen seine Kamera so ein, dass sie acht Sekunden belichtete und zwischen den Aufnahmen jeweils eine zweisekündige Pause einlegte. Er ließ sie zwei Stunden lang laufen und nahm so 578 Fotos auf. Jedes davon erfasste laut Larsen etwa 25 Satelliten.

Anschließend verbrachte er rund 40 Stunden damit, die Bilder in Adobe Photoshop zusammenzufügen, die Fotografien übereinanderzulegen und Sterne zu entfernen, damit die Satelliten besser zur Geltung kamen. Das fertige Bild zeigt etwa 1.400 Satelliten und 14.000 Spuren in einem dichten Muster über dem Berg.

Larsen veröffentlichte das Bild Mitte Oktober in den sozialen Medien. Es verbreitete sich rasch, wurde zig Millionen Mal angesehen und brachte ihm 15.000 neue Follower. Einige Betrachter bezeichneten es als KI-generiert. Larsen sagte, er verstehe, warum manche unsicher sein könnten, finde die Vorwürfe aber frustrierend. Er dokumentierte seinen Arbeitsprozess auf Video, da er mit Fragen dazu rechnete, wie das Bild entstanden war.

Das Bild hat auch eine Diskussion über den Wandel des Nachthimmels angestoßen. Larsen, der schon als Kind von den Sternen am ländlichen neuseeländischen Himmel fasziniert war, sagt, dass ihm in den sechs Jahren, in denen er den Himmel fotografiert, mehr Lichtverschmutzung und Satelliten aufgefallen sind. Er bezeichnete Satelliten als zugleich faszinierend und beunruhigend und sagte, viele Kommentierende hätten sich besorgt über ihre Auswirkungen auf den Blick auf den Nachthimmel geäußert.

Larsen hofft, dass das Bild eine Debatte über den verantwortungsvollen Einsatz von Satelliten anregt und dazu beiträgt, Unterstützung für den Schutz des Nachthimmels zu gewinnen.

Quellen: The Guardian Science.