Ein Forschungsteam der Peking-Universität in Peking hat eine batteriefreie Zahnbürste entwickelt, die beim Bewegen ihrer Borsten Strom erzeugt und die Ladung nutzt, um Bakterien im Speichel zu schädigen. Die Studie wurde am 4. November 2026 in Science Advances veröffentlicht.
Die Borsten bestehen aus Polyvinylidenfluorid. Die Forschenden dehnten und erhitzten das Polymer, um ihm piezoelektrische Eigenschaften zu verleihen, durch die es bei Verformung eine elektrische Ladung erzeugen kann. Wenn sich die Borsten beim Putzen biegen, regt die Ladung die Bildung hochreaktiver Sauerstoffverbindungen im umgebenden Speichel an. Nach Angaben der Forschenden schädigen diese Verbindungen die Zellmembranen der Bakterien; wenn sich die Borsten wieder aufrichten, nimmt das Material die Ladung erneut auf.
Herkömmliche Zahnbürsten mit Borsten beruhen vor allem auf Bewegung, um Plaque aufzubrechen – einen Belag, in dem Bakteriengemeinschaften wachsen. Frank Scannapieco, Parodontologe und Mikrobiologe an der University at Buffalo, bezeichnete die Stromerzeugung durch das Zähneputzen als eine neue Variante eines etablierten Ansatzes. Seiner Einschätzung nach könnte sie Plaque effizienter entfernen; zugleich betonte er, dass weitere Tests nötig seien, um Wirksamkeit und Sicherheit festzustellen.
In ihren Tests stellten die Forschenden weder Schäden an Zahnoberflächen noch eine Giftigkeit für menschliche Zellen fest. Die langfristige Sicherheit und die Kosten der Zahnbürste untersuchten sie nicht.
Quellen: Nature.
