Ein internationales Forscherteam hat saisonale Veränderungen an hellen Ablagerungen in Kratern der nördlichen polaren Eiskappe des Mars festgestellt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass lokale klimatische Bedingungen – und nicht Veränderungen, die die gesamte polare Eiskappe betreffen – eine wichtige Rolle bei der Ausprägung der Ablagerungen spielen.

Die Studie analysierte Bilder von 36 Kratern, die zwischen 2006 und 2025 von der Kamera High Resolution Imaging Science Experiment an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter der NASA aufgenommen wurden. Dieser Zeitraum umfasst die Marsjahre 28 bis 38. Die Forschenden untersuchten, ob sich Eisablagerungen auf den Kraterböden im Winter ausdehnten und im Sommer zurückgingen.

In 32 der 36 Krater wurden Veränderungen an den hellen Ablagerungen festgestellt. Die Forschenden deuten diese Schwankungen als Beleg dafür, dass saisonale Frostablagerungen im Laufe der Zeit zunahmen und wieder zurückgingen. In den übrigen vier Kratern wurden keine Veränderungen der Helligkeit beobachtet.

Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass sich das Frostverhalten von Krater zu Krater und von einem Marsjahr zum nächsten unterschied. Die Studie führt diese räumliche Variation auf Faktoren wie die lokale Topografie, die Geometrie der Krater und mikroklimatische Bedingungen zurück, die die Energiebilanz und die Bewegung von Wasserdampf beeinflussen können.

Die nördliche polare Eiskappe des Mars besteht aus Wassereis, während die südliche Kappe aus Kohlendioxid besteht. Ein Verständnis dafür, wie sich Wassereis im Norden saisonal verändert, könnte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern helfen, die längerfristige Klimageschichte des Planeten zu untersuchen.

Die Forschenden erklären, dass die Ergebnisse eine Grundlage für die künftige Modellierung lokaler marsianischer Klimata liefern. Ihre Studie „Variability of Bright Deposits in North Polar Residual Ice Cap Craters on Mars“ wurde im Journal of Geophysical Research: Planets veröffentlicht.

Quellen: Phys.org.